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2.5. Was ist das Besondere an Maria? Vorweg eine Bemerkung über ein immer wieder gehörtes Mißverständnis: Maria wird von Christen nicht als göttlich verehrt, sie ist voll und ganz Mensch. Ebenso trifft die (gerade von Muslimen oft vertretene) Ansicht nicht zu, Maria würde als Teil der Trinität gesehen. Was aber ist das Besondere an Maria? Sie ist der Mensch, den Gott erwählt hat durch ihn selber Mensch zu werden. Somit ist sie unter den Menschen etwas ganz besonderes, denn sie hat stellvertredend für das gesamte Menschengeschlecht die Liebe Gottes angenommen: Sie ist das "Ja" der Menschen zur Liebe Gottes und so unter den Menschen exponiert. Auf diese Weise zeigt sich das Heilswirken Gottes durch das weibliche Geschlecht besonders deutlich. In allem Mensch ausser der Sünde, ist Christus wie alle Menschen von einer Frau geboren worden. Damit hat er das Menschliche auch in seiner Geschlechtlichkeit in voller Gänze angenommen. Maria ist als Mensch mit allem vertraut, was zu unserem positiven und negativen Potential zählt. Als Mutter ist sie außerdem zu einer Liebe fähig, die jenseits aller Abwägung und Gerechtigkeit liegt. Auch im schwersten Verbrecher sieht die Mutter immer noch "ihren guten Jungen" oder "ihr liebes Mädchen", welches wie sie weiss im Herzen immer noch ein guter Mensch ist. Ganz ähnlich ist auch Maria in besonderer Weise fähig in uns das Gute zu sehen und für uns Partei zu ergreifen. Traditionell gilt Maria nicht nur als Gottesmutter, sondern auch als Mutter der Kirche. So ist bei Johannes in der Szene unter dem Kreuz das Christuswort überliefert: „Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich” (Joh 19,27) |

