Yoga und andere an Fernost angelehnte Meditationstechniken stehen nach wie vor auch bei uns hoch im Kurs. In vielen Firmen gibt es regelmäßige Veranstaltungen für Mitarbeiter und auch das Angebot an Freizeitkursen ist enorm. Die Menschen versprechen sich Entspannung, Erholung und allgemein ein besseres Wohlgefühl.
In der politischen Debatte wird der Islam in erster Linie vor dem Hintergrund muslimischer Gewalttäter diskutiert. Angesichts der Entwicklungen insbesondere in den letzten Jahren, ist das auch nicht verwunderlich. Täglich gibt es Auseinandersetzungen mit Messern, Gruppenvergewaltigungen, sogenannte Clankriminalität, und dass die Täter keine Muslime sind, ist eher die Ausnahme.
Ich habe kürzlich eine Empfehlung für die Kurzgeschichte "Das Ei" von Andy Weir erhalten. Da ich die Erzählung recht beeindruckend finde, habe ich versucht meine Eindrücke hier kurz niederzuschreiben. Wer die Geschichte also noch nicht gelesen hat und nicht gespoilert werden möchte, sollte das Original vorher, z.B. hier lesen.
Zuerst dachte ich, es handle sich um eine Neuauflage von Lessings Ringparabel, doch bald merkte ich, wie falsch ich mit meiner Einschätzung lag. Andy Weir entwirft mit seiner Kurzgeschichte „Das Ei“ einen eigenständigen theologischen Ansatz, der vor allem aus Quellen moderner Astrophysik und Science Fiction schöpft.
Ich bin in einem Land zur Schule gegangen, ich bin aufgewachsen in einer Gesellschaft, die den mündigen Bürger, die persönliche Entfaltung eines jeden Einzelnen nach seinen Möglichkeiten, als höchstes pädagogisches Ziel angesehen hatte.
Wir haben Kafka gelesen, Heinrich Mann, Orwell und das Tagebuch der Anne Frank und wir wussten, im christlichen Abendland ist es nicht der Staat, auf den man sich in schlechten Zeiten verlassen kann, es kommt auf das eigene Urteil an, die eigene Gewissensbildung, die sich im Spiegel der Erfahrung eines über Jahrtausende hinweg zerstrittenen und von Kriegen durchzogenen Kontinent zu messen, und die an den Erfahrungen der Ahnen zu reifen hat.
Die Katholische Kirche existiert als Organisation seit etwa 2000 Jahren und dürfte somit die älteste, vermutlich überhaupt die am längsten kontinuierlich existierende Institution der Menschheitsgeschichte sein. Sieht man von der internen Glaubenswahrheit ab, wonach die Kirche göttlichen Ursprungs, also durch den Geist Gottes getragen sei, bleibt zur Erklärung dieses Phänomens vor allem der Hinweis auf Mechanismen der Korrektur und Selbstreinigung bestehen.
Immer wieder hat sich das äußere Machtgefüge (die Ämterhierarchie) korrumpieren lassen. Menschen sind anfällig für Verlockungen und natürlich ist auch der Klerus davon nicht ausgenommen – im Gegenteil. Kompensierend besaß die Botschaft der Heiligen Schrift als innere Verfassung der Kirche stets für alle Generationen die Kraft, verkrustete Strukturen aufzubrechen und Fehlentwicklungen auslaufen zu lassen. Letztlich ist menschliches Machtstreben schon aufgrund der Sterblichkeit von begrenzter Dauer und ein etwaiges Erbe fiel in der Regel eh wieder in den Schoß der Kirche zurück.
Stellen Sie sich vor, Sie wollen in ein Kloster eintreten; ein Leben in besonders enger Nachfolge Christi antreten.
Sie wollen enthaltsam leben, auf Ehe und Kinder verzichten. Sie lieben die Liturgie, die Nähe zu Christus im Sakrament, sie haben die Gemeinschaft kennen gelernt, erst im Postulat, dann im Noviziat, haben die zeitliche Profess abgelegt und können sich vorstellen, dem Orden ein ganzes Leben lang treu zu dienen.
Stellen Sie sich auch vor, dieser Orden unterhält eine Reihe caritativer Einrichtungen, unter anderem ein Heim für Kinder aus schwierigen Verhältnissen. Diese vermittelt der Orden gewerbsmäßig an Priester und Politiker für sexuelle Dienstleistungen bis hin zu Orgien. Die Kinder werden durch körperlichen Druck in einem permanenten Zustand der Angst gehalten. Es soll auch vor Mord nicht zurückgeschreckt worden sein. So stellt das die Schilderung eines anonymen Zeugen dar, die in einer Zeitung nachzulesen war.