Gotische Kathedralen als Bild des himmlischen Jerusalems.
Allerorts wird von westlichen Werten gesprochen.
Doch was ist das spezifisch Westliche?
Meist wird die Aufklärung als Initiation für den Grundkonsenses moderner Gesellschaften angesehen, doch sie entstand nicht im luftleeren Raum. Ohne die Idee vom Menschen als Person, gegründet auf germanisches Freiheitsverständnis, antike Philosophie und die jüdisch/christliche Einsicht, als Einzelner von Gott angesprochen zu sein, wäre sie nicht denkbar gewesen.
Es ist die Vorstellung von Universalität, das Streben nach dem Allgemeinen, dem Höchsten, immer im Spannungsverhältnis zwischen dem konkreten Menschen mit all seinen Einschränkungen, der in Sehnsucht sich zu entfalten, nach dem Göttlichen greift.
Dreh- und Angelpunkt aller gesellschaftlichen Überlegungen ist darum das anthropozentrische Weltbild. Die Erkenntnis, dass der Mensch in seiner Würde unantastbar ist, da er als Ebenbild Gottes niemandem, auch keinen Gruppen, untergeordnet ist.
So konnten vor der Idee eines göttlichen Gegenübers, das zu verantwortlichem Handeln aufruft und den Ansporn weckt, die Sterne zu erreichen, Konzepte wie die Sklaverei abgeschafft und Menschenrechte formuliert werden. Nicht zuletzt konnten auf diese Weise immer komplexere Technologien entstehen, mit denen wir in der Lage sind, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
