Der Jahreskreis

Im Kreislauf des Jahres entfaltet die Kirche das ganze Mysterium Christi von der Menschwerdung und Geburt bis zur Himmelfahrt, zum Pfingsttag und zur Erwartung der seligen Hoffnung und der Ankunft des Herren.

Aufs engste verbunden mit dem Jahreskreis der Mysterien Christi verehrt die Kirche mit besonderer Liebe die Mutter unseres Erlösers, Maria, die durch ein unzerreißbares Band mit dem Heilswerk ihres Sohnes verbunden ist.

Eingeflochten in den Kreislauf des Jahres hat die Kirche zudem die Gedächtnistage der Märtyrer und Heiligen, in deren Feiern sie das Pascha-Mysterium verkündet, als Beispiel für die Gläubigen.

  • Tag des Herren, bzw. Herrentag, ist der achte Tag, an dem die Kirche das Pascha-Mysterium feiert. An diesem Tag kommen die Christen zur Feier der Eucharistie zusammenkommen, gedenken des Leidens und der Auferstehung Christi. Dieser Ur-Feiertag ist Tag der Freude und der Muße, keine anderen Feiern dürfen ihm vorgezogen werden, wenn sie nicht von höchster Bedeutung sind: der Herrentag ist Fundament und Kern des ganzen liturgischen Jahres
  • Das liturgische Jahr soll derart neu gestaltet werden, daß die überlieferten Gewohnheiten der heiligen Zeiten erhalten bleiben. Die Frömmigkeit soll aus der Feier der christlichen Erlösungsgeheimnisse, besonders des Pascha-Mysteriums, genährt werden. Darum sollen die Herzen der Gläubigen auf die Herrenfeste hingelenkt werden, das Herrenjahr erhält damit den ihm zukommenden Platz vor den Heiligenfesten.
  • Die vierzigtägige Fastenzeit ist sowohl Tauferneuerung als auch Bußzeit. Es sollen darum die der Fastenliturgie eigenen Taufmotive und Bußelemente stärker genutzt werden. Das Wesen der Buße, welche die Sünde verabscheut, insofern sie eine Beleidigung Gottes ist, soll den Gläubigen in der Katechese eingeschärft werden, wobei die Rolle der Kirche im Bußgeschehen zu beachten und das Gebet der Sünder zu betonen ist. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Pascha-Fasten am Karfreitag, welches gegebenenfalls auf den Karsamstag ausgedehnt werden soll.
  • Die Heiligen sollen gemäß der Überlieferung verhert, ihre echten Reliquien und Bilder in Ehren gehalten werden, da die Feste von den Wundern des Herrn an seinen Knechten künden und deren Beispiel zur Nachahmung animiert. Heiligenfeste sollen sollen kein Übergewicht vor den eigentlichen Heilsmysterien erlangen.

Erklärung zur Kalenderreform
(Anhang zur Konstitution über die heilige Liturgie)

Gemäß dem Wunsch vieler, das Osterfest auf einen bestimmten Sonntag anzusetzen und den Kalender festzulegen erklärt das Konzil:

1) Wenn alle die es angeht zustimmen, besonders die von der Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhl getrennten Brüder, kann das Osterfest auf einen bestimmten Sonntag im Gregorianischen Kalender festgelegt werden.

2) Das Konzil wehrt sich nicht gegen Versuche, in der bürgerlichen Gesellschaft einen immerwährenden Kalender einzuführen, wenn dieser die Siebentagewoche mit dem Sonntag bewahrt und keine Wochenfreien Tage einführt.