Was ist "Landwirtschaft"?

Das "Rote Höhenvieh" eine Rasse deren Ursprünge bis zum sogenannten Keltenrind zurückverfolgt werden können.

Vor 12.000 Jahren gaben erste Gruppen von Menschen ein nomadisierendes Leben auf, wurden sesshaft. Sie wurden von Jägern und Sammlern zu Landwirten. Möglich wurde das, weil sie seither veredelte Gräser als Getreide, Obst und Gemüse auf Äckern anbauen und domestizierte Tiere halten, die Fleisch, Milch, Fette, Eier, Federn und Leder liefern. In der Nähe der Anbauflächen und der Weidegründe entstanden feste Siedlungen. Wir müssen heute nicht mehr weite Landstriche auf der Suche nach Körnern, Wurzeln sowie Pilzen und Beeren durchstreifen. Wir müssen keine langen Exkursionen unternehmen, um Wild aufzustöbern und mit viel Jagdglück an wertvolles tierisches Protein zu kommen. Seit dieser Zeit, seitdem die Menschheit nicht mehr Lebensmittel aus der Natur nur entnimmt, sondern gezielt in die Natur eingreift, um Lebensmittel zu erzeugen und die Erträge zu verbessern, spricht man von Landwirtschaft. 

Bedeutung der Landwirtschaft für die Entwicklung der Menschheit

Landwirtschaft ist grundlegend für die Sicherung unserer Ernährung. Lebensmittel, die nicht von der Hand in den Mund konsumiert wurden, sondern in Mengen erzeugt werden, die eine Vorratshaltung sowie Handel und damit eine gesichertere Versorgung ermöglichten, machten auch die Arbeitsteilung möglich. Mit dem Aufkommen domestizierter Tiere konnte in größerem Stil auch Fernhandel getrieben werden: Mit der Kraft beispielsweise der Rinder, konnten größere Wagen und schwerere sowie mehr Waren über weitere Strecken bewegt werden. 

Das Kultivieren der Wildnis durch Landwirtschaft prägt Landschaften, schafft Raum für Kultur und neue Lebenswelten und -stile, schafft Arbeitsplätze und ist Wirtschaftsfaktor, auch wenn ihr direkter Anteil an der Wertschöpfung oft nicht wahrgenommen und geschätzt wird. Sie ist mehr als nur Lebensmittelproduktion; sie ist ein Fundament der Gesellschaft.

Wirtschaftliche Bedeutung

Neben der menschlichen Nahrung erzeugen Landwirte auch Futtermittel für Kühe, Schweine und Geflügel, und sie erzeugen natürliche Rohstoffe wie beispielweise Fette, Öle, Fasern und Stärke sowie Cellulose für Industrie und die Energiegewinnung.
Die Zahl der Vollerwerbs- und Nebenerwerbslandwirte sowie deren Mitarbeiter geht zwar seit Jahrzehnten kontinuierlich zurück - Stand 2023 rund 880.000 Menschen auf 251.130 landwirtschaftliche Betrieben -, dennoch ist sie noch immer in ländlichen Regionen ein Stützpfeiler lokaler Ökonomien. Als Teil der sogenannten Urproduktion ist Landwirtschaft ein wichtiger Teil des primären Wirtschaftssektors.
Der vorgelagerte Bereich, der die Zulieferer beispielsweise von Maschinen oder auch Betriebsmitteln umfasst, beschäftigt ebenfalls mehrere Hunderttausend Menschen, ist aber statistisch oft schwerer exakt zu fassen, da er in andere Wirtschaftszweige (Maschinenbau, Chemie) eingegliedert ist. Der nachgelagerte Bereich ist mit deutlich mehr als 3,4 Millionen Beschäftigten der weitaus größte Teil und umfasst vor allem den Handel, die Lebensmittelverarbeitung in Industrie und Handwerk sowie die Gastronomie.
Insgesamt sind auf Grundlage dieser Zahlen von 2023/24 mindestens 5 Millionen erwerbstätige Menschen direkt oder indirekt von der Landwirtschaft und deren Produkten abhängig.
Bisher noch nicht erwähnt ist die Wirkung der Landwirtschaft auf den Tourismus. Landwirtschaft schafft durch die Kultivierung erst das Bild von Landschaft und Gegend, das die meisten Menschen so idyllisch finden und die zum Aufenthalt in diesem Idyll anregen. Manche wollen ganz nah ran an die Wurzeln und buchen daher "Urlaub auf dem Bauernhof" oder auch auf einer Alm im Gebirge.
 
Gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung der landwirtschaftlich genutzten Kulturlandschaft

Mit der Gestaltung und Pflege dieser Kulturlandschaft schafft Landwirtschaft Heimat und trägt zur Bewahrung soziokultureller Werte bei. Sie Ermöglicht die Existenz von Zivilisationen, Städten und globalen Handelsnetzen, indem sie die Grundversorgung sicherstellt. Sie schafft menschlich nutzbare Erholungsräume und ist so eng mit dem Tourismus verbunden.

 

Ursprünglicher Text zur Definition - hier zwischengespreichert

Was ist "Landwirtschaft"?

Vor 12.000 Jahren gaben erste Gruppen von Menschen ein nomadisierendes Leben auf, wurden sesshaft. Sie wurden von Jägern und Sammlern zu Landwirten. Möglich wurde das, weil sie seither veredelte Gräser als Getreide, Obst und Gemüse auf Äckern anbauen und domestizierte Tiere halten, die Fleisch, Milch, Fette, Eier, Federn und Leder liefern. In der Nähe der Anbauflächen und der Weidegründe entstanden feste Siedlungen. Wir müssen heute nicht mehr weite Landstriche auf der Suche nach Körnern, Wurzeln sowie Pilzen und Beeren durchstreifen. Wir müssen keine langen Exkursionen unternehmen, um Wild aufzustöbern und mit viel Jagdglück an wertvolles tierisches Protein zu kommen. Seit dieser Zeit, seitdem die Menschheit nicht mehr Lebensmittel aus der Natur nur entnimmt, sondern gezielt in die Natur eingreift, um Lebensmittel zu erzeugen und die Erträge zu verbessern, spricht man von Landwirtschaft.