Wie Schule demotivieren kann. Ein Praxisbeispiel
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- Patrick Zäuner
- 21.05.2024
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Die auch hier schon gestellte Frage nach der Perspektive, nach dem, was den Bürgerprotesten gegen die aktuellen politischen Einschränkungen folgen soll, ist mittlerweile immer häufiger zu vernehmen. Ich möchte hier den Versuch wagen, ein paar Eckpunkte anzusprechen, über die man sich Gedanken machen sollte.

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Es scheint sich etwas zu tun, in Deutschland. Menschen gehen auf die Straße. Auch wenn Politik und Medien lange versucht haben, die Zahlen herunterzuspielen, es sind viele Tausende, einige sprechen von deutschlandweit hunderttausenden von sogenannten Spaziergängern, denn Demonstrationen werden kaum genehmigt, bzw. wenn sie genehmigt werden, dann in sehr beschränkter Anzahl und an unattraktiven Orten.

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Nun schon im zweiten Jahr wird dem Neujahrsschießen ein Riegel vorgeschoben. Leuchtraketen, Böller und ähnliche Ausrüstung darf nicht verkauft werden, Veranstaltungen sind auf zehn Personen begrenzt. Was das mit Gesundheitsvorsorge zu tun hat, bleibt weitgehend offen.

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Ich mag sie nicht, die Begriffe „Kapitalismus“ und „Sozialismus“. Sie lenken von tatsächlichen Problemen ab und sind historischer Natur, ihre Zeit war das 18. Jahrhundert. Auch handelt es sich bei dem Begriffspaar um keine echten Gegensätze, sondern um zwei Seiten der selben Medaille: Einer baut auf, der andere verteilt. Oder so ähnlich.
Im Grunde sind beide Aspekte zur Beschreibung eines komplexen gesellschaftlichen Zusammenlebens völlig ungeeignet, da sie inhaltlich vorbelastet sind und nur bedingt zur Lösung heutiger Probleme taugen. Besonders auffällig und zugleich auch folgenreich zeigt sich das im Gesundheitswesen.

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Die Menschen gehen auf die Straße. In kleinen Orten wie auch in großen Städten. Menschen, die bislang meist ein eher unauffälliges Leben geführt haben: Familien, Berufstätige, nicht arm oder sozial abgehängt, sondern oft aus Positionen mit Verantwortung heraus und durchaus mit gesellschaftlich anspruchsvollen Aufgaben.
Juristen, Informatiker, Handwerker, Ärzte und Pflegepersonal sowie viele andere Bereiche, von Heilberufen bis zum Handel oder der Industrie – man findet eine bunte Mischung. Auch politisch bilden die Spaziergänger, wie sie sich neudeutsch nennen, keine homogene Gruppe. Viele stammen aus dem Milieu der frühen Alternativen – also der Grünen Alternativen Liste, wie es damals hieß. Andere sind religiös motiviert, stammen dem ehemaligen Umfeld der Unionsparteien, sind gar zur AfD abgewandert, aber ebenso sind nicht wenige Libertäre oder gar Linke auf den Zügen zu finden.

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In der Katholischen Zeitung „Die Tagespost“ erschien kürzlich ein leidenschaftlicher Artikel, der in einzigartiger Weise die Propaganda für experimentelle Corona-Impfstoffe mit Gläubigen-Bashing verbindet. Es ist beeindruckend zu sehen, welche Kreise die Öffentlichkeitsarbeit unsres pharma-polit-medialen Komplex mittlerweile zieht: Wer sich nicht impfen lässt, verstößt gegen „Solidarität und Nächstenliebe. Aus ethischer Sicht ist es eine moralische Pflicht“ sich und die Seinen auf diese Weise zu schützen, werden mittlerweile sogar Bischöfe zitiert.
Weiterlesen: Es geht um eine Seuche. Erwiderung auf einen Artikel von Liane Bednarz

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Wir haben sicher alle noch die Nachrichten im Kopf, wo Kinder Freitags unentschuldigt die Schule nicht besucht haben, um auf "Demonstrationen" vor dem Weltuntergang zu warnen. Damals waren die Lehrer oft an vorderster Front, diejenigen zu sanktionieren, die gegen den Trend weiterhin auf Unterrichtung bestanden und in der Schule blieben.
Dann wissen wir ja auch, dass die Schule ihren Unterricht auf politische Weisung gern mal aussetzt und sich dabei keinen Deut drum kümmert, ob Eltern in der Lage sind, so etwas mit ihren beruflichen Verpflichtungen zu koordinieren.
Nun ist es so weit, dass die Schule sich weigert, bestimmte Kinder zu benoten und dies dann als unentschuldigten Fernbleibens interpretiert, selbst wenn das Kind mit den Eltern persönlich in der Schule erscheint. Wir haben diesbezüglich folgendes Schreiben erhalten:
Besonders feinfühlig fand ich den Schlusssatz. Man kann nicht sagen, dass nicht an das Rundum-Wohlfühlgefühl der Eltern gedacht würde, wenn es heisst: "Wenn Sie sich mit der gewählten Anrede nicht zutreffend angesprochen Fühlen, teilen Sie uns bitte mit, wie Sie zukünftig angesprochen werden möchten."
Hier der Vollständigkeit wegen unsere Antwort:
Weiterlesen: Wenn die Schule die Benotung verweigert, dann heisst das jetzt Schulschwänzen
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
Prof. Dr. Michael Piazolo
Salvatorstr. 2
80333 München
22.10.2021
OFFENER BRIEF zur versteckten Corona-Testpflicht an bayerischen Schulen
Sehr geehrter Prof. Dr. Michael Piazolo,
wir wurden im Schreiben vom 11.10.2021 von der „Grundschule München Peslmüllerstraße 8“ informiert, dass unsere Töchter „aufgrund ihrer verfassungsrechtlich verankerten Schulpflicht dazu verpflichtet sind, den Präsenzunterricht zu besuchen, auch wenn sie hierzu einen Testnachweis nach den o. g. Vorgaben der 14. BayIfSMV erbringen müssen.“ Weiter heißt es in dem Schreiben, „Wir weisen darauf hin, dass Schulpflichtverletzungen nicht nur mit Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen nach Art. 86 BayEUG belegt, sondern nach Art. 119 Abs. 1 Nr. 2 und 4 BayEUG auch als Ordnungswidrigkeiten sowohl gegenüber Schülerinnen und Schülern als auch gegenüber Erziehungsberechtigten geahndet werden können. Schülerinnen und Schüler, die die Vorlage eines Testnachweises verweigern, gelten als unentschuldigt und erhalten bei angekündigten Leistungsnachweisen im Unterricht die Note ungenügend.“
Wir nehmen dazu wie folgt Stellung.
Weiterlesen: Offener Brief zur versteckten Corona-Testpflicht an bayerischen Schulen
Noch nie hat sich eine Regierung darum gekümmert, ob ihre Wähler gesund sind. Es gibt keine zusätzlichen Gelder für das Gesundheitswesen, keinen Zuschuss für medizinisches Personal, für Forschung, Medikamente, Medizintechnik oder Infrastruktur. Wo kämen wir denn da hin ...
Schon auf den ersten Blick ist es absurd anzunehmen, staatliche Stellen würden zur Bekämpfung eines Virus die Wirtschaft runterfahren oder die Leute einsperren. Panik und Angst vor Krankheiten verbreiten, Menschen nur noch als potentielles Gesundheitsrisiko für andere zu bezeichnen, sie engmaschig zu überwachen, zu separieren und ihnen Bekleidungsvorschriften überzustülpen ist ganz sicher kein Hinweis auf Philanthropie.
Gedanken zum staatlichen Bildungsauftrag, Auftrag an die öffentliche Medien einmal radikal neu gedacht.
Auf dem Internetauftritt der ARD findet sich zur Legitimation des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks folgendes Statement:
„Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat den verfassungsrechtlich vorgegebenen Auftrag, einen Beitrag zur individuellen und öffentlichen Meinungsbildung zu leisten und so zu einem funktionierenden demokratischen Gemeinwesen beizutragen.
[…]
Der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ergibt sich aus dem Grundgesetz, er ist darüber hinaus unter anderem im Rundfunkstaatsvertrag gesetzlich festgeschrieben. Danach soll der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit seinen Programmangeboten „zur Information, Bildung, Beratung, Kultur und Unterhaltung einen Beitrag zur Sicherung der Meinungsvielfalt und somit zur öffentlichen Meinungsbildung“ leisten. Grundversorgung meint, dass ein flächendeckender Empfang von Rundfunk für die Allgemeinheit genauso gewährleistet sein muss wie ein vielfältiges Programmangebot.“ (Quelle)
So weit, so gut.