Während Vater Macarius in seiner Höhle in der Wüste betete, erschien plötzlich eine Hyäne und begann an seinen Füßen zu lecken, nahm ihn sanft am Saum seines Gewandes und zog ihn in die Richtung ihrer eigenen Höhle.
Er folgte ihr und sagte:
„Ich möchte gern wissen, was dieses Tier von mir will.“
Als sie ihn zu ihrer Höhle geführt hatte, ging sie hinein und kam mit ihren Jungen heraus, welche blind geboren waren.
Er betete über ihnen, gab sie der Hyäne zurück und sie konnten wieder sehen.
Als Dank dafür brachte sie ihm ein großes Fell eines Schafbockes und legte es ihm zu Füßen. Er lächelte zu ihr wie zu einer freundlichen Person, nahm das Fell, und breitete es unter sich aus.


Die Wüstenväter

Die kontemplative monastische Tradition des Christentums geht auf Einsiedler des 3. Jhdt. nach Christus zurück, die in der ägyptischen und syrischen Wüste versuchten, ein konsequentes Leben in der Nachfolge Christi zu führen. Die plastischen Bilder ihrer Erzählungen ergreifen oft derart, dass man noch heute in Versuchung geraten kann, ihnen in die Wüste zu folgen...

(Die hier abgebildeten Texte stellen eine kleine Auswahl dar, ohne Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Zudem sei darauf hingewiesen, dass einzelne Texte nicht unbedingt der dogmatischen Kichenlehre entsprechen.)


PaoloUccello

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