Ein freundlicher Gastgeber führte uns in die Nähe eines Baumes und dort stießen wir auf einen Löwen.
In Sichtweite von ihm zitterten mein Führer und ich, aber der heiligmäßige alte Mann ging unbeugsam weiter und wir folgten ihm.
Das Wilde Tier – man könnte meinen es stünde unter dem Befehl Gottes – erhob sich eine kleine Weile bescheiden und setzte sich wieder nieder,
während der alte Mann eine Frucht von den niederen Zweigen des Baumes pflückte.
Dann hielt er seine Hand voller Datteln ausgestreckt und das Tier kam und nahm sie, wie ein zahmes Haustier;
als es fertig gefressen hatte, ging es fort. Wir standen zitternd und uns umschauend da und dachten darüber nach so gut wir konnten,
welcher Heldenmut des Glaubens in ihm war, und welche Armut des Geistes in uns.


Die Wüstenväter

Die kontemplative monastische Tradition des Christentums geht auf Einsiedler des 3. Jhdt. nach Christus zurück, die in der ägyptischen und syrischen Wüste versuchten, ein konsequentes Leben in der Nachfolge Christi zu führen. Die plastischen Bilder ihrer Erzählungen ergreifen oft derart, dass man noch heute in Versuchung geraten kann, ihnen in die Wüste zu folgen...

(Die hier abgebildeten Texte stellen eine kleine Auswahl dar, ohne Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Zudem sei darauf hingewiesen, dass einzelne Texte nicht unbedingt der dogmatischen Kichenlehre entsprechen.)


PaoloUccello

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