Ein Jäger in der Wüste sah Vater Antonius wie er sich mit seinen Mitbrüdern amüsierte und er war bestürzt.
Um ihm zu zeigen, dass es nötig ist den Bedürfnissen der Brüder entgegenzukommen, sagte der alte Mann zu ihm:
„Nimm einen Pfeil in deinen Bogen und schieß ihn ab.“
Das tat er. Daraufhin sagte der alte Mann:
„Schieß einen weiteren ab,“ und er tat es.
Dann sagte der alte Mann:
„Schieß noch einen,“
und der Jäger antwortete:
„Wenn ich meinen Bogen so oft biege, werde ich ihn zerbrechen.“
Da sagte der alte Mann zu ihm:
„Es ist das gleiche mit der Gottesarbeit. Strecken wir die Brüder über alle Maßen, werden sie bald brechen.
Manchmal ist es nötig ein wenig herunter zu kommen um auf ihre Bedürfnisse einzugehen.“
Als er diese Worte hörte ergriff ihn tiefe Reue, und er ging stark erbaut weiter.
Ebenso die Brüder; sie gingen gestärkt nach hause.


Die Wüstenväter

Die kontemplative monastische Tradition des Christentums geht auf Einsiedler des 3. Jhdt. nach Christus zurück, die in der ägyptischen und syrischen Wüste versuchten, ein konsequentes Leben in der Nachfolge Christi zu führen. Die plastischen Bilder ihrer Erzählungen ergreifen oft derart, dass man noch heute in Versuchung geraten kann, ihnen in die Wüste zu folgen...

(Die hier abgebildeten Texte stellen eine kleine Auswahl dar, ohne Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Zudem sei darauf hingewiesen, dass einzelne Texte nicht unbedingt der dogmatischen Kichenlehre entsprechen.)


PaoloUccello

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