Es waren zwei Männer, welche für viele Jahre beieinander wohnten und sich niemals stritten. Dann sagte der eine zu dem anderen:
„Laß uns einen Streit miteinander anfangen, wie es die anderen Menschen tun.“
„Ich weiß nicht, wie Streitigkeiten aufkommen,“ antwortete sein Gefährte.
Da sagte der andere zu ihm:
„Siehe, ich werde einen Backstein hier zwischen uns legen und ich werde sagen ‚Das ist meiner.‘ Dann kannst du sagen, ‚Nein, ist er nicht, er ist meiner.‘ Dann werden wir einen Streit haben können.“
So legten sie einen Backstein zwischen sich und der erste sagte:
„Das ist meiner.“
Sein Gefährte antwortete ihm:
„Das ist nicht der Fall, weil er mir gehört.“
Dazu sagte der erste:
„Wenn das so ist, und der Backstein dir gehört, dann nimm ihn, und geh damit deiner Wege.“
Und so gaben sie es auf, da sie keine weiteren Argumente mehr fanden.


Die Wüstenväter

Die kontemplative monastische Tradition des Christentums geht auf Einsiedler des 3. Jhdt. nach Christus zurück, die in der ägyptischen und syrischen Wüste versuchten, ein konsequentes Leben in der Nachfolge Christi zu führen. Die plastischen Bilder ihrer Erzählungen ergreifen oft derart, dass man noch heute in Versuchung geraten kann, ihnen in die Wüste zu folgen...

(Die hier abgebildeten Texte stellen eine kleine Auswahl dar, ohne Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Zudem sei darauf hingewiesen, dass einzelne Texte nicht unbedingt der dogmatischen Kichenlehre entsprechen.)


PaoloUccello

Alle Texte nach Vätern