Ein Vater erzählte uns:
„Eine angesehene, edle Frau reiste einst zur Verehrung der heiligen Orte, und als sie nach Caesarea kam, wollte sie dort ausruhen und bat den Bischof, er solle ihr eine Jungfrau senden, die sie in der Frucht Gottes unterweise.
Der Bischof suchte ihr eine demütige Jungfrau aus und schickte sie zu ihr.
Nach einiger Zeit, als ihr der Bischof einmal begegnete, fragte er sie: 'Wie führt sich die Jungfrau, die ich dir angewiesen habe?'
Die Frau antwortete: 'Sie ist sicher gut, doch nützt sie meiner Seele nicht gerade viel. Denn in ihrer Demut lässt sie mich in allem meinen eigenen Willen tun.'
Da gab ihr der Bischof eine rauere, die sie bei jeder Gelegenheit schimpfte, und sie eine reiche Närrin und ähnliches schalt.
Als der Bischof nach einiger Zeit wieder nachfragte, wie sie nun mit dieser Jungfrau zufrieden sei, da antwortete sie:
'Wirklich, die nützt meiner Seele.' Und durch diese erlangte sie eine große Sanftmut.“
Weg zu Sanftmut
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