Es gab einmal einen Anachoret, der beobachtete die Antilopen und betete zu Gott:
„Herr, lehre mich mehr.“
Und eine Stimme kam zu ihm und sprach:
„Gehe in dieses Kloster und tu, was sie dir sagen.“
Er ging hin und blieb in dem Kloster, aber er kannte die Arbeit der Brüder nicht. Die jungen Mönche begannen ihn zu lehren wie er arbeiten solle und sagten zu ihm:
„Tu dies, du Dummkopf,“
und
„Tu jenes, du Narr.“
Als er das eine Weile ertragen hatte, betete er zu Gott und sagte, „Herr, Ich verstehe nichts von der Arbeit der Menschen; schick mich zurück zu den Antilopen.“
Und nachdem er von Gott befreit wurde, ging er zurück aufs Land, um mit den Antilopen umherzustreifen.


Die Wüstenväter

Die kontemplative monastische Tradition des Christentums geht auf Einsiedler des 3. Jhdt. nach Christus zurück, die in der ägyptischen und syrischen Wüste versuchten, ein konsequentes Leben in der Nachfolge Christi zu führen. Die plastischen Bilder ihrer Erzählungen ergreifen oft derart, dass man noch heute in Versuchung geraten kann, ihnen in die Wüste zu folgen...

(Die hier abgebildeten Texte stellen eine kleine Auswahl dar, ohne Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Zudem sei darauf hingewiesen, dass einzelne Texte nicht unbedingt der dogmatischen Kichenlehre entsprechen.)


PaoloUccello

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