Es wurde von Vater Johannes dem Zwerg berichtet, dass er in die Wüste bei Scetis auszog und mit einem alten Mann aus Thebes dort lebte.
Sein Vater nahm ein Stück trockenes Holz, pflanzte es ein und sagte zu ihm:
„Bewässere es jeden Tag mit einer Flasche Wasser, bis es Frucht trägt.“ 
Nun war das Wasser so weit weg, dass er dafür am Abend aufbrechen musste und am folgenden Morgen erst zurückkam.
Als drei Jahre vergangen waren, kam Leben in das Holz, und es brachte Früchte. Da nahm der alte Mann einige von ihnen, brachte sie in die Kirche und sagte zu den Brüdern:
„Nehmt und esst die Frucht des Gehorsams.“


Die Wüstenväter

Die kontemplative monastische Tradition des Christentums geht auf Einsiedler des 3. Jhdt. nach Christus zurück, die in der ägyptischen und syrischen Wüste versuchten, ein konsequentes Leben in der Nachfolge Christi zu führen. Die plastischen Bilder ihrer Erzählungen ergreifen oft derart, dass man noch heute in Versuchung geraten kann, ihnen in die Wüste zu folgen...

(Die hier abgebildeten Texte stellen eine kleine Auswahl dar, ohne Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Zudem sei darauf hingewiesen, dass einzelne Texte nicht unbedingt der dogmatischen Kichenlehre entsprechen.)


PaoloUccello

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