Es wurde von Vater Johannes dem Zwerg erzählt, dass er eines Tages zu seinem älteren Bruder gesagt habe:
„Ich sollte frei von allen Sorgen sein, wie die Engel die nicht arbeiten, außer unablässig Gott zu preisen.“
So verließ er seinen Bruder und ging in die Wüste. Nach einer Woche kam er zurück zu seinem Bruder. Als er an die Türe klopfte, hörte er seinen Bruder bevor er sie öffnete fragen:
„Wer bist du?“ Er antwortete:
„Ich bin Johannes, dein Bruder.“
Aber er antwortete:
„Johannes ist ein Engel geworden und fortan ist er kein Mensch mehr.“
Da flehte Johannes ihn an und sagte:
„Ich bin es.“
Sein Bruder ließ ihn jedoch nicht ein sondern er ließ ihn dort in seinem Elend bis zum morgen. Dann, als er die Türe öffnete, sagte er zu ihm
„Du bist ein Mensch und du wirst für dein Essen auch wieder arbeiten müssen
„Da warf sich Johannes vor ihm nieder und sagte:
„Vergib mir.“


Die Wüstenväter

Die kontemplative monastische Tradition des Christentums geht auf Einsiedler des 3. Jhdt. nach Christus zurück, die in der ägyptischen und syrischen Wüste versuchten, ein konsequentes Leben in der Nachfolge Christi zu führen. Die plastischen Bilder ihrer Erzählungen ergreifen oft derart, dass man noch heute in Versuchung geraten kann, ihnen in die Wüste zu folgen...

(Die hier abgebildeten Texte stellen eine kleine Auswahl dar, ohne Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Zudem sei darauf hingewiesen, dass einzelne Texte nicht unbedingt der dogmatischen Kichenlehre entsprechen.)


PaoloUccello

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