Ein Bruder fragte Vater Poimen in der Art:
„Meine Gedanken beunruhigen mich, denn sie lassen mich meine Sünden bei Seite legen und mich um die Fehler meiner Brüder kümmern.“
Da erzählte ihm der Alte Mann die Geschichte von Vater Dioscorus (dem Mönch):
 „In seiner Zelle weinte er über sich selber, während sein Schüler in einer anderen Zelle saß. Als dieser später kam um den alten Mann zu sehen, fragte er ihn,
'Vater, warum weinst du?'
'Ich weine über meine Sünden,' antwortete ihm der alte Mann.
Da sagte der Schüler,
'Du hast keine Sünden, Vater!' Der alte Mann antwortete:
„Wahrlich, mein Kind, wenn erlaubt wäre, meine Sünden zu sehen, drei oder vier Menschen wären nicht genug um über sie zu weinen.


Die Wüstenväter

Die kontemplative monastische Tradition des Christentums geht auf Einsiedler des 3. Jhdt. nach Christus zurück, die in der ägyptischen und syrischen Wüste versuchten, ein konsequentes Leben in der Nachfolge Christi zu führen. Die plastischen Bilder ihrer Erzählungen ergreifen oft derart, dass man noch heute in Versuchung geraten kann, ihnen in die Wüste zu folgen...

(Die hier abgebildeten Texte stellen eine kleine Auswahl dar, ohne Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Zudem sei darauf hingewiesen, dass einzelne Texte nicht unbedingt der dogmatischen Kichenlehre entsprechen.)


PaoloUccello

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