Es wurde von einem Dorf erzählt, in dem ein Mann war, der so stark fastete, dass man ihn „den Faster“ nannte.
Vater Zeno hatte von ihm gehört und nach ihm geschickt. Der andere kam gern. Sie beteten und setzten sich nieder.
Der alten Mann begann in Ruhe zu arbeiten. Da er keinen Erfolg darin hatte ein Gespräch mit ihm zu beginnen, wurde dem Faster langweilig. So sagte er zu dem alten Mann:
„Bete für mich, Vater, denn ich möchte nun gehen.“
Der alte Mann sagte zu ihm: „Warum?“ 
Der andere antwortete:
„Weil mein Herz sich anfühlt, als stände es unter Feuer und ich nicht weiß was mit ihm los ist. Denn wahrlich, als ich in meinem Dorf saß und fastete bis in den Abend, ist mir nie etwas dergleichen passiert.“
Der alte Mann sagte:
„In dem Dorf fütterst du dich durch deine Ohren. Aber geh fort von nun an und iss zur neunten Stunde, und was immer du tust, tu es im verborgenen.“
Sobald er begonnen hatte, nach diesem Rat zu handeln, fand es der Faster schwer, bis zur neunten Stunde zu warten. Und jene, die ihn kannten, sagten:
„Der Faster ist vom Teufel besessen“
So ging er um das dem alten Mann zu sagen, der aber ihm antwortete, „Dieser Weg ist der Gott gemäße.“


Die Wüstenväter

Die kontemplative monastische Tradition des Christentums geht auf Einsiedler des 3. Jhdt. nach Christus zurück, die in der ägyptischen und syrischen Wüste versuchten, ein konsequentes Leben in der Nachfolge Christi zu führen. Die plastischen Bilder ihrer Erzählungen ergreifen oft derart, dass man noch heute in Versuchung geraten kann, ihnen in die Wüste zu folgen...

(Die hier abgebildeten Texte stellen eine kleine Auswahl dar, ohne Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Zudem sei darauf hingewiesen, dass einzelne Texte nicht unbedingt der dogmatischen Kichenlehre entsprechen.)


PaoloUccello

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