Als Vater Macarius aus dem Sumpfland zu seiner Zelle zurück kam und Palmblätter mit sich trug, begegnete ihm der Teufel mit einer scharfen Sichel und wollte ihn schlagen, aber er konnte nicht. Da schrie er aus:
 „Groß ist die Gewalt, die ich durch dich erleiden muss, denn wenn ich dich schlagen will, kann ich es nicht. Aber was auch immer du tust, das tue ich auch, und noch mehr. Du fastest heute und oftmals, aber ich erfrische mich niemals an irgendeiner Speise; du hältst oft die Nachtwache, aber ich schlafe niemals. Nur ein einziges kannst du besser als ich, und das muss ich anerkennen.“
Macarius fragte ihn:
 „Was ist das?“ Und er antwortete:
„Es ist deine Demut. Einzig darin kann ich dich nicht übertreffen.“


Die Wüstenväter

Die kontemplative monastische Tradition des Christentums geht auf Einsiedler des 3. Jhdt. nach Christus zurück, die in der ägyptischen und syrischen Wüste versuchten, ein konsequentes Leben in der Nachfolge Christi zu führen. Die plastischen Bilder ihrer Erzählungen ergreifen oft derart, dass man noch heute in Versuchung geraten kann, ihnen in die Wüste zu folgen...

(Die hier abgebildeten Texte stellen eine kleine Auswahl dar, ohne Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Zudem sei darauf hingewiesen, dass einzelne Texte nicht unbedingt der dogmatischen Kichenlehre entsprechen.)


PaoloUccello

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